Der Seelenfütterer

Glauben (er)leben

Hilfshirten gesucht

Petrusbrief, Kapitel 5, Verse 1-5:

Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die offenbart werden soll: Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist, und achtet auf sie, nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt, nicht um schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund, nicht als solche, die über die Gemeinden herrschen, sondern als Vorbilder der Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unverwelkliche Krone der Herrlichkeit empfangen. Desgleichen ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Alle aber miteinander bekleidet euch mit Demut; denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

„Weidet die Herde Gottes“ fordert uns Petrus auf.
Er fordert uns sozusagen auf ein Hilfshirte Jesu zu werden. 


Wie so etwas aussehen kann? - Vielleicht so:

Marta wohnt im Altenheim. Der Seniorennachmittag wird gleich beginnen.

Erwartungsvoll sitzen die Frauen und Männer an den Tischen. Immer Gruppen mit 4 bis 6 Personen haben sich um jeweils zwei zusammengeschobenen Tischen versammelt. Dort wo normaler weise das Essen eingenommen wird, steht heute ein anderes Thema auf dem Programm: „Frühlingsbasteln mit Marta“.

Marta lebt nun seit einem halben Jahr im Altenheim.
Vor zwei Jahren war ihr Mann gestorben.
Danach saß sie alleine zu Hause.


Die Kinder waren längst ihre eigenen Wege gegangen.

Sie saß zuhause.
Sie führte ihren Haushalt,
sie ging einkaufen
sie kochte sich mittags ihr Essen. Ein Essen für eine Person.
Bereits als die Kinder aus dem Haus waren und sie nur noch für ihren Mann und sich selbst kochen musste, hatte sie Schwierigkeiten sich an die kleinen Mengen zu gewöhnen.
Da gab es dann öfter mal zwei Tage dasselbe zu essen.
Dabei hatte sie immer gerne gekocht. Gekocht für die ganze Familie.
Sie hatte immer gerne die Familienfeste organisiert.
Das war ihre Welt: für ihre Familie da zu sein.
Sie hätte das gerne weiter so gemacht; Doch nun war sie ganz alleine.
Der Tagesablauf immer derselbe:
Frühstücken, einkaufen gehen, Mittagessen, dann ein Nickerchen. Nachmittags eine Tasse Kaffee.
Dazwischen hielt sie die Wohnung in Ordnung oder las ein Buch. Abendessen, und noch einen Film ansehen.
Viel Zeit verbrachte sie auch mit nachdenken und warten.
Warten … sie wusste nicht worauf.
Ihren Mann und Ihre Kinder versorgen, das waren bislang ihre Aufgaben. Doch das war jetzt vorbei.
Sie kam sich oft so alleine vor, so nutzlos.
War das jetzt wirklich schon alles?
Kommt da jetzt nichts mehr in ihrem Leben?

Das ging so bis zu jenem Tag.
Es war ihr 75ter Geburtstag. Morgens um neun klingelte es an ihrer Türe. Als sie öffnete, stand ihre Pfarrerin vor ihrer Tür. 
Damit hatte sie nicht gerechnet.
Immerhin hatte sie sich ja lange nicht mehr in der Kirche sehen lassen.
Bei einer Tasse Kaffee kamen die beiden Frauen ins Gespräch.
Sie redeten über Gott und die Welt.
Die Pfarrerin erzählte von Jesus und dem ewigen Leben, das uns alle erwartet, wenn wir diese Welt verlassen werden.
Das ewige Leben.
Eine Hoffnung – doch irgendwie so weit weg.
Was nützt mir das im hier und jetzt?
Was nützt mit das, wenn ich wieder alleine hier am Tisch sitze?

Im Gespräch mit der Pfarrerin erfuhr sie von einem Besuchskreis.
Die Pfarrerin erzählte:
„Wir sind so etwas wir Hilfshirten.
Hilfshirten von Jesus Christus.
Wir besuchen Menschen wie du und ich.
Wir besuchen Menschen, die sich alleine fühlen.
wir besuchen Menschen und geben Hoffnung.
wir besuchen Menschen und geben ihnen das gute Gefühl „du bist nicht allein auf der Welt
– wäre das nicht auch etwas für sie?“.
Als die Pfarrerin wieder gegangen war, saß sie noch eine Weile am Tisch.

Zum Abschied hatten die beiden noch gebetet.

Die Pfarrerin hatte ihr dann noch einen Segen zugesprochen.

Im gehen sagte die Pfarrerin noch zu ihr:
 „Ich möchte Ihnen noch ein Wort Christi zusprechen.
Ein Wort zu ihrem Ehrentag.
Ein Wort für ihren weiteren Lebensweg:

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte.
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.
Johanes 10, 11. 27. 28

 

Sie fühlte sich nun nicht mehr so alleine. Obwohl sie nichts davon ahnte, war da jemand der an sie gedacht hatte.

Und nun?
Wie sollte es nun weitergehen?
Weitergehen in ihrem Leben?
Sollte sie tatsächlich ein Hilfshirte Christi werden?
Kann sie das überhaupt? Sie ist doch Hausfrau und Mutter ..?
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen
– sie würde es einfach probieren.

So meldete sie sich bei der Pfarrerin. „Ich möchte auch mit dabei sein, bei Ihrem Besuchskreis.
Ich möchte auch Menschen besuchen, mit ihnen reden und zuhören.
Ich möchte Menschen das Gefühl geben: Du bist nicht alleine!“

Ihre ersten Besuche führte Sie ins örtliche Altenheim.
Sie lernte viele Menschen kennen.
 Vielen Menschen und viele Geschichten.
Sie erfuhr von Schicksalen und Traurigkeit.
Doch auch von Lebensfreude und Zuversicht,
trotz der Beschwernisse des Alters.

Sie hatte nun eine Aufgabe gefunden.
Eine Aufgabe, die ihr Leben ausfüllte.
Wieder zuhause angekommen, fühlte sie sich alleine.
Der Kontakt zu den Menschen im Altenheim fehlte ihr.
So fasste sie eines Tages den Entschluss umzuziehen.
Sie fasste den Entschluss dort hin zu ziehen, wo sie gebraucht wurde.

Sie war sich sicher: „Gott hat noch einiges mit mir vor“.

Nun war sie im Altenheim. Der Seniorennachmittag sollte beginnen.

„Frühlingsbasteln mit Marta“

Das Strahlen in den Augen der Menschen, war für sie wie eine Auferstehung. Es war ein bisschen wie die Auferstehung Jesu an Ostern.

Sie hatte die tote Einsamkeit in ihrer alten Wohnung zurückgelassen.
Für sie hat ein neues lebendiges Leben begonnen.

So basteln Sie an diesem Nachmittag.
Sie basteln und reden und hören einander zu.

Und Marta?
Marta freut sich über das Schöne, das sie bewirkt.
Sie freut sich über ihre neue Aufgabe.
Ihre Aufgabe als Hilfshirte Christi.

Eine von vielen möglichen Aufgaben als Hilfshirte des großen Menschenhirten Jesus Christus.

Wäre das nicht auch etwas für Sie?
Hierfür müssen Sie ja nicht gleich ins Altenheim ziehen.
Die Karlshöhe in Ludwigsburg und Einrichtungen überall in Deutschland bieten viele Möglichkeiten sich ehrenamtlich einzubringen.
Einzubringen als Hilfshirte Jesu.

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte.
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.

AMEN
Johanes 10, 11. 27. 28