Der Seelenfütterer

Glauben (er)leben

Go down Mose ... 

- Eine Predigterzählung zu Matthäus 5, 12-16


„Liebe Gemeinde, was macht mich zu einem guten Christ?

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich selbst stelle mir immer wieder diese Frage.

Was macht uns zu einer guten Christin, zu einem guten Christ?

Die Jüngerinnen und Jünger Jesu hatten es da gut.

Sie hatten den Rabbi, ihren Lehrer direkt vor sich.

Denen muss es ja sicherlich klar gewesen sein, was es bedeutet eine gute Christin oder ein guter Christ zu sein. --- Sollte man meinen.

Dass es auch unter den ersten Christen dieselbe Unsicherheit gab, wie bei uns hier und heute, wird uns klar wenn wir auf den heutigen Predigttext hören.

Mit unserem Predigttext richtet sich Jesus an seine Jüngerinnen und Jünger:

Ich lese aus Matthäus 5,13-16

Salz und Licht

13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. 14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 16 So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Jesus hat seine Informationen wieder einmal in eine sehr bildhafte Rede gepackt.

Vom Salz der Erde, vom Licht der Welt, von der Stadt auf dem Berg ist hier die Rede.

Eine Rede von Wichtigkeit – wichtig wie das Salz der Erde

Eine Rede von Wegweisung – Wegweisung durch ein Licht in der Dunkelheit

Eine Rede von Erkennbarkeit – Erkennbar wie die Stadt auf dem Berg.

Eine Rede von Schutz – Behütet wie hinter den Mauern der befestigten Stadt.

 

Wie kann sich unser Predigttext im menschlichen Leben wiederspiegeln?

Wiederspiegeln im Alltag der Menschen?

Dem Alltag mit Last und Hilfe,

mit Arbeit und Erholung,

mit Schmerzen und Glück,

mit Freud und Leid,

mit Flucht und Ankommen.

Unserem Alltag mit all seinen Veränderungen,

Wie spiegelt sich im heutigen Predigtext unser Umgang mit dem Leid anderer wieder?

Wie mit dem Leid der Flüchtlinge, die aus den Krisengebieten der Welt zu uns kommen?

Diesen Männern, Frauen und Kindern, die bei uns Schutz vor der Gewalt und Willkür in Ihrer Heimat suchen.

 

Vielleicht kann meine heutige Erzählung ein wenig dazu beitragen eine Verbindung herzustellen,

eine Verbindung zwischen unserem, von Frieden und Sicherheit geprägten Leben, mit dem Leben unserer Mitmenschen,

denen es nicht so gut geht wie uns.

Bei denen Krieg und Gewalt an der Tagesordnung sind.

 

Meine Erzählung spielt zwar vor über 150 Jahren,

doch Zeiten voller Gewalt,

voller Angst,

Zeiten der Flucht,

des „Alles-hinter-sich-lassens“,

des „abgelehnt-sein´s“

sind heute noch genauso schmerzhaft wie damals.

 

Ich lade Sie ein sich nun zurück zu lehnen und mit mir auf eine kleine Zeitreise zu gehen…

 

Wir befinden uns um das Jahr 1855.

Vor zwei Tagen sind wir mit unserem Einwanderer-Segelschiff in New York angekommen.

Gemeinsam mit rund 200 Passagieren hatten wir den 2-Master verlassen, der die letzten 45 Tage unser Zuhause auf See gewesen war.

Mit der hochmodernen Eisenbahn ging es auf der „Pennsylvania Railroad“ nach Philadelphia, der Hauptstadt von Pennsylvania.

Die Stadt Philadelphia ist 1855 bereits fester Bestandsteil der Entstehungsgeschichte der USA.

Es ist gerade mal 80 Jahre her, dass hier auf dem Independence Square (Unabhängigkeitsplatz), zum Klang der Freiheitsglocke die Unabhängigkeitserklärung verlesen wurde.

 

Buntes Treiben herrscht an diesem Sommermorgen in der Stadt.

Es fällt auf, dass viele Farbige hier leben.

Pennsylvania ist der südlichste der Nordstaaten.

Sklaverei gibt es hier nicht.

Nur einen Steinwurf weit entfernt ist das völlig anders.

Im Nachbarstaat Maryland ist Sklavenhaltung erlaubt und wird dort in unmenschlicher Art und Weise ausgeübt.

 

Die schrecklichen Zustände haben mittlerer Weile farbige und weiße Sklavereigegner auf den Plan gerufen, die um die Abschaffung der Sklaverei kämpfen.

Hier in Philadelphia ist eine der ersten Anlaufstellen derjenigen armen Seelen, die es geschafft haben ihren Herren zu entfliehen.

 

Doch lassen sie uns nun hineinspazieren in das bunte Getümmel der Stadt am Delaware-River:

Die Verkaufsbuden am Hafen sind gut besucht.

Neben Matrosen, die mit dem Entladen der Handelsschiffe beschäftigt sind, sieht man Frauen und Kinder.

Sie sind mit Karren unterwegs, um ihre  selbstgekochten oder gebackenen Lebensmittel an den Mann oder die Frau zu bringen.

Hier gibt es alles Mögliche zu kaufen.

Ein dunkelhäutiger Mann Mitte 50 bietet an seinem Stand Stoffe in allen erdenklichen Farben an.

Eine junge Dame aus besserem Hause hat Interesse an einem fein gewobenen Stoff und fragt den Händler nach dem Preis.

„Das sind aber gesalzene Preise!“ empört lässt die junge Dame das Tuch, das sie eben noch freudenstrahlend begutachtet hatte, zurück auf den Tisch des Händlers fallen.

„Aber Mademoiselle, das ist echte chinesische Seide.

Ich bin bereits seit Monaten unterwegs nur um diesen herrlichen Stoff zu Ihnen zu bringen.

Genau wie Sie ist er etwas ganz Besonderes und Edles.

Stellen Sie sich vor, welch prunkvolles Gewand Sie sich daraus schneidern lassen könnten.

Es würde Ihre natürliche Schönheit noch untermalen und Sie zum Mittelpunkt eines jeden Balls werden lassen!“

Rebecca, die junge Dame zeigt sich wenig beeindruckt, von den Worten des Händlers.

„Halsabschneider!“ ruft sie Ihm entgegen, „Das Tuch stammt doch im Leben nicht aus China! – Nenne mir einen ordentlichen Preis, dann werde ich dich vielleicht nicht bei der Marktaufsicht melden und du kannst deine „Chinesische Seide“ weiter an arglose Dämchen verkaufen!“

 

„Verzeiht … ich wusste ja nicht …“

der Händler mit der dunklen Hautfarbe scheint ganz blass geworden, stammelt und sucht nach Worten, um aus dieser misslichen Situation mit heiler Haut heraus zu kommen.

Immerhin ist er fremd in der Stadt.

Die junge Frau vor ihm scheint wohlhabend zu sein und hat sicher erheblichen Einfluss.

 

„Gibt es hier ein Problem?“

eine hagere farbige Frau nähert sich von der Seite dem Verkaufsstand.

Sie legt der jungen Miss die Hand auf die Schulter und hält sie fest.

Die Frau hat die 30 Jahre lange hinter sich und wird wohl bald die 40 Jahre erreicht haben.

Ihr Gesicht ist leicht ungleichmäßig.

Ihr Kopf unter der blauen Haube wirkt etwas verformt.

 

Dem Verkäufer bleibt vor Fassungslosigkeit der Mund offen stehen.

Wie kann sie es wagen, die junge Dame zu maßregeln und dann auch noch anzufassen.

Bei dieser Aktion bleibt ihm fast das Herz stehen.

Rebecca dreht sich mit einem Ruck um. Sie ist jetzt richtig in Fahrt und will dieser unverschämten Person jetzt erst einmal die Meinung sagen.

 

Liebevolle Augen blicken mit gespielter Strenge auf Rebecca.

Da schlägt Rebby´s Stimmung plötzlich um und sie jauchst: „Tante Minty!“

 

Vergessen sind die gesalzenen Preise des Händlers,

vergessen ist die Chinesische Seide

Rebecca hat nur noch Augen für Ihre „Tante Minty“.

 

„Lass uns nach Hause gehen“, sagt Tante Minty nach der überschwänglichen Begrüßung „Ich möchte mit deinem Vater sprechen.“

 

„Hast du wieder Besuch mitgebracht?“

„Ja, - aber alles zu seiner Zeit …“

 

Wir verlassen die Hafengegend und folgen den beiden.

Nach wenigen Minuten erreichen wir einen schattigen Seitenhof, indem eine Kutsche unter der Krone einer mächtigen Eiche abgestellt wurde.

 

 

Auf dem Kutschbock sitzt zusammengesunken der Kutscher.

Er hatte die Pferde versorgt und wartete nun auf die Rückkehr seiner „Miss Rebby“.

Im Schatten der Eiche war er dann eingedöst.

 

„George, wach auf – sieh wen ich hier mitgebracht habe!“

 

Langsam hebt George sein schweres Haupt.

Seine kurzen grauen Locken umrahmen sein pechschwarzes Gesicht.

Freundlich blickt er die beiden an.

 „Einen Augenblick, bitte“

George steigt vom Kutschbock herunter und begrüßt die beiden mit der Herzlichkeit alter Freunde, die sich lange nicht gesehen haben.

 

„Bring uns bitte zu Master Garrett. Ich habe etwas Wichtiges mit ihm zu besprechen“ wendet sich Tante Minty an den Kutscher.

„Dein Vater wird sich freuen, wenn er sieht wen wir da zu Besuch mitgebracht haben!“ wendet sich George an Rebby, die neben Tante Minty in der Kutsche Platz genommen hat.

 

Als die Kutsche aus dem Hof herausfährt, erhascht Rebby noch einen Blick auf den Hafen, wo die Mastspitzen der Schiffe in der Mittagssonne tanzen..

 

Wir nehmen uns ebenfalls eine Kutsche und folgen den dreien.

Nach rund 30 Minuten kommen wir auf dem Anwesen der Familie Garrett an.

Das Herrenhaus ist sehr belebt.

Überall sind Bedienstete bei der Arbeit.

Viele von Ihnen sind Farbige, ehemalige Sklaven, die es in die freien Nordstaaten der USA geschafft haben.

 

Hier im Norden ist alles anders.

 

 

Hier werden Sie für Ihre Arbeit mit Geld entlohnt und nicht mit Prügeln.

Hier dürfen sie in richtigen Häusern wohnen – nicht in schmutzigen Holzhütten.

Hier dürfen sie in echten Betten schlafen – nicht auf dem blanken, lehmgestampften, kalten und feuchten Fußboden.

Kinder tragen hier sogar Kleidung – müssen nicht wie im Süden nackt oder in Lumpen der Kälte trotzen.

Sie werden hier nicht für jeden kleinen Fehler fast totgeprügelt.

Hier sind sie nicht der Willkür ihrer Herrschaften ausgesetzt;

den Herrschaften, die mit ihnen umgehen dürfen, wie es ihnen beliebt.

Den Herrschaften, die sie wie eine Kuh oder ein Pferd an andere Farmer vermieten, wo sie bis zum Umfallen von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang schuften müssen.

Wo sie schlecht ernährt und noch schlechter behandelt werden.

Wo sie tagtäglich den Gewaltausbrüchen des Herrn oder der Herrin des Hauses ausgeliefert sind.

Die ehemaligen Sklaven hier im Norden sind zwar nicht vermögend, dennoch fühlen sie sich wie Könige – denn sie sind endlich frei!

 

Nachdenklich blickt Tante Minty auf das Geschehen.

Auch Sie teilt das Los der Sklaverei.

Auch Tante Minty wurde als Tochter einer Sklavin geboren und war somit von Geburt an versklavt.

So war sie als Kind von 6 Jahren an eine andere Farmerfamilie einfach vermietet worden. Vermietet, wie man eine Kuh, einen Esel oder ein Pferd vermieten würde.

 

 

Auch sie war der Gewalttaten der Herrschaften ausgesetzt und litt ein Leben lang unter den Folgen dieser Gewalt.

Besonders unter einigen Schlägen, die sie in jungen Jahren erhalten hatte. Mit einem Holzknüppel hatte die Herrin ihr auf den Kopf geschlagen, weil Minty es nicht gelang das Baby der Herrin zu beruhigen.

Ihre Schädeldecke war gebrochen und Minty dem Tode näher als dem Leben.

 

 

Doch ihr Glaube gab ihr Kraft und sie überlebte.

Sie überlebte und wurde stärker denn je.

Sie folgte Gottes Ruf.

Gottes Ruf nach Freiheit für sie und für die Freiheit aller Sklaven. 

So gelang ihr die Flucht in den Norden.

 

An diesem sonnigen Tag war sie eben wieder zurückgekehrt.

Sie hatte „Besuch“ mitgebracht.

Wieder war es ihr gelungen einige Sklaven aus dem Süden in die Freiheit zu führen.
Dieses Mal wäre sie beinahe nicht mehr zurückgekommen.

 

„Willkommen Minty, wie war deine Reise…?“ der Herr des Hauses, Thomas Garrett begrüßt seine Freundin mit großer Herzlichkeit.

 

Thomas Garrett war, wie seine gesamte Familie ein Gegner der Sklaverei.

Mit anderen weißen und farbigen Mitstreitern waren sie Teil eines riesigen Fluchthelfer-Netzwerks.

Die Eisenbahn war damals das Zeichen für die moderne Zeit.

Mit ihr war man so mobil wie nie zuvor.

In kürzester Zeit konnte man nun fast jedes Ziel erreichen.

Für viele Menschen wurde die Eisenbahn der Schlüssel, der die Tür zu einem neuen Leben öffnete,

zum Schlüssel für die Tür in die Freiheit.

Das Fluchthelfer-Netzwerk konnte daher kaum einen treffenderen Namen bekommen: „Underground-Railroad“; also „ Bahnlinie im Untergrund“.

Eine Art „Bahnlinie in die Freiheit“ für entlaufene Sklaven - nur halt ohne Schienen. 

 

 

Die Underground-Railroad“ bestand

aus geheimen Wegen, um den Sklavenjägern nicht in die Hände zu fallen,

aus  sicheren Häusern, um auszuruhen und neue Kräfte zu sammeln

und natürlich aus vielen Mitmenschen, die sich selbst in Gefahr begaben indem sie entflohene Sklaven Obdach gewährten und mithalfen sie  in den halbwegs sicheren Norden zu transportieren.

 

Besonders gefährlich war dies für ehemalige Sklaven wie Minty.

In den Südstaaten war sie, dem Gesetz nach, immer noch Sklavin.

Jedermann hätte sie aufgreifen und ihrem Herrn überstellen dürfen.

Mit Sicherheit hätte sie dies nicht überlebt.

Daher hatte sie auch ihren Namen geändert.

Sie war als Araminta Ross geboren. Daher auch ihr Spitzname „Minty“

Nachdem sie geheiratet hatte, änderte Sie Ihren Namen in  Harriet;

Harriet Tubman.

Thomas Garrett und Harriet Tubman gehörten zu den „Schaffnern“ der „Underground-Railroad“.

 

 

„Gott hat wieder seine schützende Hand über mich gehalten“, erzählt Minty.

„Was war geschehen?“ Thomas Garrett blickt sorgenvoll auf seine Freundin.

„Ich saß im Zug nach Dorchester County.

Dort wollte ich mich mitten im Sklavengebiet mit einem Kontaktmann treffen.

Plötzlich sah ich einen Mann auf mich zu kommen, an den ich früher einmal vermietet worden war.

Der hätte mich bestimmt erkannt, wenn nicht etwas Wunderbares geschehen wäre.“

„Etwas Wunderbares?“ Thomas Garrett schaut sie verwundert an.

„Ja, etwas wirklich Wunderbares.

Ich hatte zwei Hühner auf dem Schoß.

Die waren mit einer Schnur an den Füßen zusammen gebunden.

Als ich den Mann sah, flatterten plötzlich die Hühner auf … direkt vor meinem Gesicht. So konnte er mich nicht erkennen.“

 

„Meine liebe Minty, du bist wirklich von Gott behütet!“

 

„Über meinen Kontaktmann, konnte ich wieder einige Aufseher bestechen und drei Kinder die verkauft werden sollten, zusammen mit ihrer Mutter herausführen.

Den Vater haben wir zusammen mit einer kleinen Gruppe junger Männer unterwegs an einem vereinbarten Ort abgeholt.

Einmal hatten wir Sklavenjäger mit ihren Bluthunden gehört, aber die waren weit entfernt.

Wir sind durch das Sumpfgebiet und den Wald marschiert, haben gebetet und sind letztlich wohlbehalten hier angekommen.“

 

„Minty, du bist ein Werkzeug Christi!“

 

Du lässt unser Licht leuchten vor den Leuten,

damit sie unsere guten Werke sehen

und unseren Vater im Himmel preisen.

 

So erfüllst du die Weisungen unseres Herrn Jesus Christus.


Weißt du wie dich die Leute neuerdings nennen?“


 Minty blickt ihn neugierig an


„Sie nennen dich Mose.

Du bist für die Menschen die große Befreierin geworden.

Wie Mose, führst du unter Gottes Schutz dein Volk in die Freiheit ...“

 

Wir verlassen nun Herriet „Minty“ Tubman und Thomas Garrett, denn die beiden haben sicher noch viel zu besprechen, da wollen wir nicht stören ….

 

Einige Monate später hat Minty etwas Geld angespart und ist wieder unterwegs in Maryland, dem nördlichsten der Sklavenstaaten der USA.

 

Als Sie in der Postkutsche an den Plantagen vorüberfährt, hört sie leisen Gesang.

Sie spürt, der Gesang ist an sie gerichtet.

Sie, die einst die kleine, misshandelte Minty war,

sie ist zum Lichtschein in der Dunkelheit,

zur Festung, zur festen Stadt in aller Drangsal geworden.

Sie ist jetzt das Salz;

das Salz das dem Freiheitsdrang der gepeinigten Sklaven die nötige Würze und Kraft verleiht.

„Go down Moses ..“ so singen die Sklaven auf dem Feld.

 

Minty könnte sich in der Sicherheit ihrer neuen Heimat zurücklehnen.

Doch sie hat Gottes Stimme vernommen und so wird sie hinunter gehen, immer und immer wieder.

Sie wird hinunter gehen in den Süden trotz aller Gefahr für ihre eigene Freiheit, für ihr eigenes Leben.

Sie wird hinunter gehen unter Gottes schützender Hand

Hinunter gehen mit dem einen Ziel vor Augen.

Dem Ziel all ihre versklavten Schwestern und Brüder frei zu sehen

Dem Ziel, dass die ehemaligen Herrschaften ihr Volk gehen lassen.

 „Go down Moses … to let my people go ..“

 

(Harriet Tubman steht am äußersten linken Rand, sitzend mit Stock ihr Mann Davis, und neben Tubman steht die später adoptierte Tochter Gertie Tubman, Aufnahme etwa um 1887 vor Harriet Tubmans Haus in Auburn - Quelle: Wikipedia)



Mit Hilfe der „Underground Railroad“ gelang rund 100.000 Sklaven die Flucht in die Freiheit.

Minty wagte sich in 13 Jahren noch rund 19 Mal in die Sklavenhölle von Maryland. Sie alleine führte über 70 Menschen in die Freiheit.

Umgeben von Freunden und Familienmitgliedern verstarb Harriet Tubman, am Ende ihres von Gott getragenen irdischen Lebens, am 10. März 1913 im hohen Alter von 93 Jahren.

 

 

 

Was hat diese Geschichte mit uns heute zu tun?

 

Sklaverei gibt es doch nicht mehr!

 

Ein Blick in die Heimat vieler Flüchtlinge belehrt uns eines Besseren.

 

Gewaltexzesse, Mord, Entführungen sind dort an der Tagesordnung.

Unvergessen sind die Berichte über die hunderten entführter Mädchen, die nun als Ehesklavinnen dienen müssen.

 

Die aus diesem Unrecht entstandenen Flüchtlingswellen, stellen uns vor große Herausforderungen.

 

Ich denke jedoch wir alle sind gefordert nicht nur den Aufwand und die Kosten zu sehen, sondern auch den Gewinn.

Den Gewinn für die Flüchtlinge, die endlich ihr Recht auf ein lebenswertes Leben bekommen

den Gewinn für unser Land, das durch neue Eindrücke, neue Traditionen, neue Lebensweisen wachsen kann.

Und den Gewinn für unser Herz, das Menschlichkeit erfährt.

 

Damit unser Herz zu spüren bekommt,

dass wir selbst das Salz der Erde,

die Stadt auf dem Berg,

das Licht auf dem Leuchter werden können…

 

… Und vielleicht um selbst  ein bisschen ... „Mose“ zu sein. - AMEN


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