Der Seelenfütterer

Glauben (er)leben

Wenigstens einen „Goldener Oktober“

Nach solch einem Sommer wünschen wir uns wenigstens einen „goldenen Oktober“. Wenn schon die „schönste Zeit des Jahres“ mit Regengüssen gesegnet ist, dann soll sich wenigstens der Herbst von seiner sonnigen Seite zeigen.

So auch in unserem Leben: Nach so mancher Durststrecke hoffen wir auf eine Zeit der Erfüllung und der Zufriedenheit.

Doch nicht immer ist uns Menschen ein solcher „Goldener Oktober des Lebens“ vergönnt. Zu oft erfassen uns, oder unsere Lieben, Krankheit, Unfall oder Verbrechen. Menschliche Gemeinschaften werden zerrissen, und man steht plötzlich alleine da.

So folgt auf einen „verregneten Sommer“ ein „stürmischer Herbst“ und manchmal auch ein „eiskalter Winter.“

Wir fühlen uns verlassen—Gottverlassen.

Hört Gott unsere Gebete?

Schwere Schicksalsschläge treffen uns, und wir fragen:

„Wie kann Gott all dies zulassen?“

„Ist Gott wirklich Allmächtig?“

„Hat er wirklich alles im Griff?“

„Falls ja, warum hilft er dann nicht?“

In solchen Situationen kann es leicht passieren, dass der Glaube über Bord gespült wird und im Meer unserer Schmerzen und Ängste untergeht.

„Wo ist der „immer liebe Gott“, der uns von Kindheit an begleitet und alle unsere Wünsche erfüllt? Der uns vor allem Bösen bewahrt und aufpasst, dass uns nichts geschieht?“ — Diesen Gott gibt es nur in unserer Phantasie. Unermesslich ist die Enttäuschung, wenn dieses Wunschbild des „immer lieben“ Gottes vor unseren Augen wie eine Seifenblase zerplatzt. Besonders Kinder, sind regelrecht geschockt, wenn der „immer liebe Gott“ plötzlich auch Böses zulässt, ein Elternteil oder ein Geschwisterchen krank werden oder sterben müssen. Solche Erlebnisse können den Glauben an Gott zerstören. Wir müssen unseren Kindern und uns selbst zeigen, dass das wahre Leben Höhen und Tiefen bereithält, und der wahre Gott diese Höhen und Tiefen auch zulässt.

Die Bibel erzählt uns davon.

Der wahre Gott toleriert weder alles was wir tun, noch erfüllt er uns alle unsere Wünsche. Er lässt zu, dass uns auch Schlimmes widerfährt. Doch unser  Glaube darf darunter nicht schwach werden. Wie Eltern ihre Kinder lieben, so liebt Gott uns. Und wie Eltern nicht alle Wünsche ihrer Kinder erfüllen, werden unsere Gebete von Gott zwar immer gehört aber nicht immer erhört.
Ein kleines Kind versteht nicht, warum es nach der 2.Tafel keine weitere Schokolade mehr bekommen soll, und so begreifen wir Erwachsenen nicht, warum uns die „Schokolade unseres Erwachsenenlebens“ unser „Wohlbefinden“ und unsere „Zufriedenheit“ zuweilen verwehrt werden.

Häufig können wir Gottes Handeln nicht begreifen, doch dürfen wir nie vergessen:
Die Wurzel seines Handelns ist seine Liebe zu uns.

Denn der Herr verstößt nicht ewig, sondern er betrübt wohl
und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte. (Klagelieder3)