Der Seelenfütterer

Glauben (er)leben

Erfrischender Wind …

Ein Sonntagmorgen. Es wirkt schon ein wenig chaotisch, so eine Menschenmenge eingezwängt zwischen der Friedhofmauer und massiven Außenwand der Kirche zu sehen.   

Die Konfirmation ist gerade vorüber. Man sieht fröhliche Gesichter. Andere blicken nachdenklich oder erwartungsvoll. Wieder anderen (vor allem den Konfirmandinnen und Konfirmanden) sieht man an, dass ihnen eine Last von den Schultern genommen ist.

Mit dem „Ja“ zu Jesus haben sich die Konfirmandinnen, Konfirmanden und die gesamte Kirchengemeinde entschlossen ihr Leben an Christus auszurichten, sich von ihm durch ihr Leben geleiten zu lassen. Sie haben sich dem Heiligen Geist geöffnet und sind nun alle zusammen Teil  seiner Kirche.

Es war nicht die erste Konfirmation und wird auch nicht die letzte sein. Doch worin liegt der Ursprung? Womit hat es angefangen, dass Gruppen von Menschen sich zusammentaten und sich  „Kirchengemeinde“ nannten?

Fast zweitausend Jahre müssen wir zurückgehen. In Israel ist ein Name in aller Munde: Jesus von Nazareth. Der Rabbi (Glaubenslehrer), der als Wohltäter und Heiler gleicher Maßen in Erscheinung getreten war, wie als Kritiker der damals vorherrschenden und oft selbstgefälligen Priester- und Schriftgelehrtenschaft.
Jesus, der zuvor den Tod am Kreuz gestorben und auferstanden war, hatte sich nochmals seinen Jüngerinnen und Jüngern gewidmet und war letztlich aufgefahren zu unserem himmlischen Vater.

Nun waren die Jünger alleine. Jesus hatte zwar versprochen wieder zu kommen – doch wann, wusste er nicht zu sagen. Ich stelle mir die Jüngerinnen und Jünger ein wenig so  vor, wie die Menschenmenge im Kirchhof. Einige nachdenklich, einige hoffnungsvoll, einige unsicher und einige vielleicht auch ängstlich. Seit der Auferstehung Jesu waren bereits 50 Tage vergangen und nun standen sie da. Ohne ihren Meister, ohne Orientierung.
Doch dann geschah Großes: Wind kommt auf und bringt Leben in die Versammlung. Die Bibel beschreibt ein Rauschen, das die Luft erfüllte. Gottes Heiliger Geist senkte sich auf die Apostel und sie waren „Feuer und Flamme“ für die „Gute Nachricht“, für das Evangelium des Jesus Christus. Nun waren sie bereit ihren Glauben in die Welt zu tragen. Sie waren überwältigt und sprachen in vielen Sprachen durcheinander, so dass Außenstehende meinten sie wären betrunken. Petrus verneinte dies, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass sie nicht doch ein wenig „high“ waren. Denn ein Hochgefühl durchströmt jede und jeden, wenn der Heilige Geist seine Wirkung im Menschen entfaltet. Umso mehr bei einem solchen Anlass.

Es war die Geburtsstunde unserer Kirche. Seit dieser Zeit haben sich immer wieder Menschen auf Jesus eingelassen, sich zu ihm bekannt, seinen Gute Nachricht gelebt und verbreitet. Bis heute ist dies die Aufgabe der Mitglieder seiner Kirche. Neben den hauptamtlichen Mitarbeitern, sind es auch die vielen Ehrenamtlichen, die der Kirche „Leben“ einhauchen. Jede Frau, jeder Mann und jedes Kind findet eine Aufgabe, die sie, er oder es ausfüllen und mit Leben füllen kann. Damit das Gemeindeleben harmonisch abläuft, ist es wichtig das richtige Maß, für den eigenen Einsatz zu finden. Verteilt auf viele Schultern wird aus einer beschwerlichen Aufgabe ein erfüllendes Erlebnis. Lassen Sie sich also anstecken vom „Pfingstfeuer“ und geben Sie  Gottes heiligem Geist Platz in Ihrem Leben.  Freuen Sie sich auf Ihre Beteiligung an einer oder mehreren Aktionen in diesem Kirchenjahr. Lassen Sie sich mit anderen gemeinsam ein auf das Pfingstwunder, damit immer wieder neu ein frischer Wind weht, auch in Ihrer Gemeinde - Das ganze Jahr hindurch …