Der Seelenfütterer

Glauben (er)leben

Osternacht mit Petrus

Ein Gottesdienst zur Osternacht

  

Ankommen in der Kirche                                                   

 

-         Stille   -

 

Lied: Bleibet hier und wachet mit mir                                            

 

-         Stille –

 

Lesung

 

Es ist nun schon so viele Jahre her und mir ist es, als wäre es gestern gewesen.

Damals war ich noch ein junger Mann, voller Kraft und Tatendrang!
Wenn ihr mich heute anschaut seht ihr einen müden alten Mann, dem es schwer fällt die Augen offen zu halten.
Die Augen, die so viel gesehen haben, so viel Schönes, so viel Leid, so viel Unglaubliches.
Es sind immer noch die selben Augen, die auch Ihn gesehen haben.
Ihn, der mich durchs Leben getragen hat und noch immer trägt.
Der mich trägt, obwohl ich ihn verleugnet habe … wie konnte es nur so weit kommen?

 

Ich kann es kaum glauben, wenn ich daran denke wie alles begann ….

        

Wir waren beim Fischen am See Genezareth, mein Bruder Andreas und ich. Die Netze waren eben in der Tiefe des Sees versunken. Da sahen wir am Ufer einen Mann stehen. Er sprach zu uns „Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!“.

Andreas schaute mich an und ich ihn. Ohne etwas zu sagen waren wir uns sofort einig.
Wir ließen die Netze fahren, ruderten an Land und folgten dem jungen Mann nach.
Er hatte eine so aufrechte und klare Ausstrahlung.
Wir spürten sofort, es wäre ein Fehler ihm nicht zu folgen;
wir würden das Wichtigste in unserem Leben verpassen.

   

Den Fischern Jakobus und Johannes ging es wohl genauso. Die beiden Brüder ließen ebenfalls alles stehen und liegen, um ihm nachzufolgen.  
Jesus zog mit uns durchs Land und lehrte in den Synagogen.
Wir hingen alle an seinen Lippen, um ja kein Wort zu versäumen; auch wenn wir längst nicht alles verstanden.
Er war ein wirklich weißer junger Mann.
Dabei war er überhaupt kein Schriftgelehrter, wie man sie sonst kennt. Nein er war ein Zimmermann, ein Zimmermann aus Nazareth.

 

Meine Familie verstand nicht gleich, warum ich meine bisherige Arbeit nicht mehr ausüben konnte. So habe ich Jesus zu mir nach Hause eingeladen. Er zog damals schon die Massen an. Daher kamen viele der Menschen einfach mit. An diesem Nachmittag empfing mich meine Frau mit einer schlimmen Nachricht: „Meine Mutter ist krank – Sie hat hohes Fieber“. Ich ging zu ihr und tatsächlich: Da lag meine Schwiegermutter zitternd im Bett. Schweißperlen standen ihr auf der Stirn. Ich machte mir große Sorgen, doch ich musste zurück zu meinen Gästen. Als Jesus mein sorgenvolles Gesicht sah fragte er mich:  „Wo ist deine Schwiegermutter?“ – „Sie liegt krank im Bett“ antwortete ich. „Zeige mir wo sie liegt“
Ich  führe ihn zu ihr. Er nahm einfach ihre Hand und schon wich das Zittern aus ihrem Körper, die Temperatur sankt und sie öffnete die Augen. Voller Dankbarkeit stand sie auf und bediente Jesus von vorne bis hinten. Wir meinten sie solle sich noch ausruhen. Aber sie ließ es sich nicht nehmen. Ich musste schon ein wenig in mich hinein schmunzeln, wie sie sich so abmühte. 
Er heilte noch viele Kranke an diesem Tag.
Meine Familie verstand nun, warum ich ihm nachfolgen, ja nacheifern musste.

  

Text Sprecherin 1:


Nach all den Schmerzen, die ich durchlitten hatte,
nach all den Operationen und Therapien, ist  meine Kraft verbraucht.
Die Krankheit hat mich entstellt.

Von meinen schönen Locken ist nichts mehr übrig –

Alle Haare sind mir ausgefallen ich sehe aus wie der Tod selbst;
dabei bin ich doch erst 23. Eine junge Frau …
Ich fühle mich allein und ausgestoßen.
Wer will mit so einer noch etwas zu tun haben?
Wofür soll ich weiterleben? 

 

Die Chemo ist abgeschlossen und ich sitze im Taxi auf dem Weg nach Hause.
Nach Hause, wo soll das sein?
Mein altes Leben ist vorbei, ausgefallen, mit meinen Haaren…

 

Das Taxi hält vor meinem Haus.
Meine ganze Familie und meine Freunde stehen vor der Türe, um mich zu begrüßen.

„Guter Gott“, denke ich bei mir und kann es kaum glauben.

 Ich spüre, wie Freude in mir aufsteigt.
Tränen füllen meine Augen,
Tränen der Rührung,
Tränen der Liebe.
Tränen der Liebe für meine Familie und meine Freunde, wie sie so da stehen …

(kleine Pause)… alle kahl geschoren.

 

Lied - Bleibet hier und wachet mit mir ...

              

Lesung

 

Immer mehr Menschen wollten Jesus nun sehen.
Kranke wollten geheilt werden. Andere wollten einfach nur seine Worte hören.
Am nächsten Tag waren wir wieder am See. Alle drängten sich um uns herum.
So stiegen wir in mein Boot und ruderten ein Stück vom Ufer weg, damit alle Jesus besser sehen konnten.

Als es Mittag geworden war, endete Jesus und die Menschen suchten Schutz vor der sengenden Sonne.

   

Jesus sah den Menschen nach und drehte sich zu mir um: „Lass uns fischen gehen!“

„Herr verzeih, aber das wäre sinnlos. Fische fängt man nur früh morgens oder am Abend. Wir haben bis in die Nacht hinein gearbeitet und nichts gefangen.“.

Jesus schaute mich nur sanft an.
 „Aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen.“
 So fuhren wir hinaus auf den See und warfen unsere Netze aus.

     
„Was für ein Unsinn“, dachte ich noch bei mir „mein Meister sollte besser beim Reden und Heilen bleiben und das Fischen den Fischern überlassen …“  

Plötzlich ging ein Ruck durch das Netz. Es kam so unverhofft, dass es uns fast aus den Händen glitt. Wir zerrten und zogen – die Netze waren übervoll.

Ich fühlte mich schuldig, dass ich an ihm gezweifelt hatte und schaute Jesus ungläubig an.

Alles war anders geworden mit Jesus. Mein altes Leben, all meine Erfahrungen waren wie ein Dämmerschlaf geworden in den ich immer wieder verfiel.
Immer wieder kamen sie durch, die alten Gewohnheiten und Routinen – wie jetzt beim Fischen.
Es war an der Zeit, dass ich aufwachte, aufwachte aus meinem alten Leben und Jesus voll und ganz vertraute ….

 

Lied - Bleibet hier und wachet mit mir ...

 

Lesung

        

Jesus lehrte uns sein Evangelium.
Und wir sollten es nun in die jüdischen Städte tragen.
Wir erhielten sogar die Fähigkeit zu heilen und böse Geister auszutreiben.
Handeln in Jesu Namen mit Jesu Fähigkeiten.
Nicht immer waren wir willkommen.
Es gab auch Ablehnung, doch das war selten.
Alles in allem war es eine herrliche Zeit!
Es schien uns wie unendliches Glück …

 

Sprecher/in 3:     
                                    Was ist Glück?

 

Sprecher/in 1:     
In der liebenden Mutter Augen zu schauen?

 

Sprecher/in 2:     
Sich nach der Nähe des anderen sehnen?

 

Sprecher/in 1:     
Dem Licht im Herzen ganz zu vertrauen?

 

Sprecher/in 2:     
In Hoffnung vom Leben Abschied zu nehmen?

 

           

Lied - Bleibet hier und wachet mit mir ...

 

Lesung

    

Es war in der Nähe von Cäsarea.
Da fragte er uns was wir denken, wer er sei.
Jeder teilte seine Ansicht mit.
Als die Reihe an mir war sagte ich:
 „Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!“.
Es freute Jesus sehr, dass nicht er sondern Gott selbst mir diese Erkenntnis geschenkt hatte.
Er nannte mich den Felsen auf den er seine Gemeinde bauen wollte.
Ich verstand damals nicht genau was er meinte.
Aber ich war sehr stolz. Er hatte mich ausgewählt.

 

Seit dieser Zeit veränderte er sich.
Jesus erzählte, dass er nach Jerusalem gehen und dort sehr leiden werden müsse.
Er würde dort getötet werden, doch am dritten Tage auferstehen.

Ich war geschockt. Mein Magen zog sich zusammen und ich wurde leichenblass.
Da nahm ich ihn beiseite und fuhr ihn an: „Nur das nicht!“.
Ich war so aufgewühlt vor Sorge, dass ich meine Stimme kaum mehr im Griff hatte.
Jesus war aufgebracht und verglich mich mit Satan, meinte dass ich ihm ein Ärgernis sei, weil ich nur an das menschliche an ihm dachte und nicht an das göttliche.

   

Das war ein schlimmer Tag für mich …

 

In Jerusalem war er wie ein König eingezogen.
Die Angst wegen seinem angekündigten baldigen Tod war schon fast verflogen.
Es kam dennoch so, wie er gesagt hatte.
Wir waren im Garten Gethsemane. Es war bereits tiefe Nacht.
Jesus hatte uns gebeten, dass wir wach bleiben sollten, um mit ihm zu beten.
Doch schon damals konnte ich die Augen in der Nacht nicht lange offen halten.
Wir schliefen alle ein – nur Jesus wachte und betete.

Plötzlich wurde es unruhig.
 Judas kam mit der Tempelwache in den Garten.
Er ging auf Jesus zu und küsste ihn.
In dieser Nacht haben sie ihn im Garten Gethsemane verhaftet.


Wir konnten bei dieser Ungerechtigkeit nicht tatenlos zusehen und ich ging mit dem Schwert auf die Soldaten los.
Jesus wehrte sich nicht und sagte nur: „Leg die Waffe weg. Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen.“

    

Dann führten sie ihn weg.

 

Warum sind wir nur eingeschlafen?

 

Lied - Bleibet hier und wachet mit mir ...

  

Lesung

 

Bei der Verhaftung konnte ich Ihm nicht helfen. Doch ich wollte bei Ihm sein. So schlich ich der Gruppe hinterher.

 

Der Hohepiester würde ihn verhören. Ich ging durch die Torhalle in den ummauerten Innenhof des Palastes. So stand ich da im Hof am Feuer. Plötzlich sprach mich eine Magd an: „Du warst auch mit dem Jesus aus Galiläa!“
Da bekam ich es mit der Angst zu tun. „Ich weiß gar nicht wovon du redest.“
Ich ließ sie stehen und ging Richtung Ausgang.
Wenn sie mich jetzt erkennen würden, könnte ich kaum entkommen.
Der Hof war wie ein Gefängnis, von hohen Mauern umgeben.
Als ich endlich in der Torhalle angekommen war, sprach eine Frau die anderen Anwesenden an: „Dieser war auch mit diesem Jesus von Nazareth!“
Mein Herz raste vor Angst. „Nein, ich kenne den Menschen nicht!“
„Doch du bist einer von denen, deine Sprache verrät dich!“
Ich kämpfte mich durch die Gruppe, die immer bedrohlicher wirkte. „Ich kenne den Menschen nicht!“

----

„Ich kenne den Menschen nicht …“ da krähte der Hahn und ich erinnerte mich an das was Jesus zu mir gesagt hatte:

„Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“
Ich ging hinaus und weinte, wie ich noch nie davor und auch nie mehr danach geweint hatte

 

Es kam genau so, wie Jesus sagte.
Er wurde gekreuzigt, zusammen mit zwei Verbrechern.
Ich hatte zu viel Angst, konnte es einfach nicht mit ansehen, wie sie unseren Freund und Meister zu Tode quälen.
Später haben wir ihn in einem Höhlengrab bestattet.

       

Es war am Morgen des dritten Tages nach Jesu Tod.
Wir, seine Jünger saßen zusammen und überlegten verzweifelt wie es weitergehen sollte.

Plötzlich ging die Türe auf. Die Morgensonne erfüllte den ganzen Raum.

Und da stand Maria: „Das Grab ist leer!“

     

Das Osterlicht kommt in die Kirche

-         Währenddessen Glöckengeläut   -

 

Christus Licht der Welt – Kerzenträger(in)

Dir sei Lob und Dank - Gemeinde

      

Das Osterlicht wird ausgeteilt – Orgelmusik

 

Osterevangelium Mt 28,1-10

 

Schriftlesung durch: Sprecher/in

 

Jesu Auferstehung

1 Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. 2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn der Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. 3 Seine Gestalt war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. 4 Die Wachen aber erschraken aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot. 5 Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. 6 Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat; 7 und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern, dass er auferstanden ist von den Toten. Und siehe, er wird vor euch hingehen nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. 8 Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen. 9 Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder. 10 Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.

 

Liturg(in)

Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Diese frohe Botschaft wollen wir uns gegenseitig zusprechen.

Grüßen Sie ihren Nachbarn, ihre Nachbarin mit den Worten „Christus ist auferstanden“ und hören Sie den Gegengruß: „Er ist wahrhaftig auferstanden.“

           

Lied: 99 Christ ist erstanden

 

 

Lesung

     

Jesus hatte uns nach Galiläa rufen lassen.
So machten wir uns auf den Weg …

Er stand da, auf dem Berg;
wir konnten es kaum fassen und fielen vor ihm nieder.
Einige von uns zweifelten.
Irgendwie sah er verändert aus.
War er es wirklich?

 

Text - Sprecher(in):

 

Christus heute erkennen?

 

Die Augen sehen: den Schmutz, das Elend, die Qual …

Die Nase riecht: den Moder, den Gestank, den Tod …

Die Ohren hören: das Jammern, das Klagen, das Weinen …

 

Doch das Herz erkennt: die Hoffnung, die Liebe, das Leben …

 

Christus heute erkennen …. in deinem Nächsten

               

 

 

Lesung

    

Er sah mir tief in die Augen, da wusste ich dass er mir vergeben hatte und ich mir endlich auch vergeben konnte ….

 

Jesus sprach:
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

 

Das Alles ist nun schon so viele Jahre her. Manchmal zweifle ich daran, ob ich wirklich der Fels geworden bin, den Jesus in mir sah. Doch Christus hat mir vertraut und ich habe getan was mir möglich war, um sein Evangelium zu den Menschen zu bringen.
Heute bin ich ein alter Mann und was mir bleibt ist mein tiefes Vertrauen in seine Liebe, in seine Hoffnung, in sein Licht.
Sein Licht des ewigen Lebens, das auch mir einst scheinen wird …

 

   

Lied: 551,1-5 Wo einer dem andern neu vertraut

 

Tauferinnerung – Liturg(in)          

Glaubensbekenntnis

Segensspruch: Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.

Lied: 100,1-5 Wir sollen alle fröhlich

Fürbitten

Vaterunser

 

Segensstrophe 103,5

Segen

Nachspiel